Brokkoli-Sorten: Vielversprechende Genotypen entdeckt

(aid) – Der Einsatz von Hybridsorten ist im professionellen Gemüseanbau weit verbreitet. Sie garantieren hohe Erträge und einheitliche Verkaufsware. Hybridsaatgut darf auch im Ökolandbau eingesetzt werden, während sogenannte CMS-Hybride (Cytoplasmatisch-männliche Sterilität) bei den meisten Bioverbänden nicht zugelassen sind. Soweit verfügbar, werden jedoch samenfeste Sorten bevorzugt, da sie im Gegensatz zu Hybridsaatgut nachbaufähig und besser an die besonderen Anforderungen des ökologischen Anbaus angepasst sind.

In der ökologischen Gemüsebaupraxis besteht deshalb großer Bedarf an leistungsfähigen samenfesten Sorten, die einen wirtschaftlichen Anbau ermöglichen. Bei der Suche nach geeigneten Genotypen für den professionellen Anbau von Brokkoli sind Wissenschaftler der Universität Hohenheim im Rahmen eines dreijährigen Projektes des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) fündig geworden. Sie prüften dafür gemeinsam mit Züchtern der Kultursaat e.V. verfügbare Zuchtpopulationen, indem sie Einzelpflanzen auf erwünschte Eigenschaften wie Ertrag, Einheitlichkeit und Festigkeit der Blume selektierten. Mit einbezogen wurden auch der Geschmack und der Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltstoffen.

Bei der Selektion kristallisierten sich zwei Genotypen heraus, die beide gute agronomische Eigenschaften, hohe Blumengewichte und hohe Anteile gesundheitsfördernder Stoffe aufwiesen. Auch ihr Geschmack wurde durchgehend positiv bewertet. Allerdings müssen nach Einschätzung der Wissenschaftler beide Typen weiter züchterisch bearbeitet werden. Während ein Typ noch eine zu geringe Blumenfestigkeit aufweist, neigen beide Varianten zum Frühblühen, so dass ihr Anbau nur im Frühjahr und Herbst erfolgversprechend ist, nicht aber im Sommer. Dennoch empfehlen die Wissenschaftler die selektierten Varianten aufgrund ihrer vielen positiven Eigenschaften uneingeschränkt zur Weiterzüchtung von Brokkolisorten für den Ökologischen Landbau.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de

Weitere Informationen: www.orgprints.org/27440/

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